Aktien kaufen ohne Kennzahlen zu verstehen ist wie eine Immobilie kaufen ohne die Mietrendite zu kennen. Du weißt nicht was du kaufst.

Hier sind die fünf Kennzahlen die wirklich zählen — ohne Finanzjargon.

1. KGV — Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das KGV ist die meistgenutzte Kennzahl um zu beurteilen ob eine Aktie teuer oder günstig ist.

KGV = Aktienkurs / Gewinn je Aktie

Beispiel: Aktie kostet 100 €, Gewinn je Aktie 10 € → KGV = 10

Das bedeutet: Du zahlst das 10-fache des Jahresgewinns. Du brauchst also theoretisch 10 Jahre bis der Gewinn deinen Kaufpreis erreicht hat.

Faustregel:

KGV unter 15:  günstig bewertet
KGV 15-25:     fair bewertet
KGV über 25:   teuer bewertet
KGV über 40:   sehr teuer, Wachstum eingepreist

Wichtig: Das KGV alleine sagt nichts. Ein KGV von 30 kann günstig sein wenn das Unternehmen stark wächst. Ein KGV von 10 kann teuer sein wenn das Unternehmen schrumpft.

2. Dividendenrendite

Die Dividendenrendite zeigt dir wie viel Cashflow du durch die Aktie bekommst — ähnlich wie die Mietrendite bei Immobilien.

Dividendenrendite = (Dividende / Aktienkurs) × 100

Beispiel: Aktie kostet 50 €, Dividende 2 € pro Jahr → 4% Rendite

Faustregel:

Unter 2%:   niedrig, Fokus auf Wachstum
2-4%:       solide, ausgewogen
Über 5%:    hoch — Grund prüfen warum
Über 8%:    Warnsignal, oft nicht nachhaltig

3. KBV — Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das KBV vergleicht den Börsenwert mit dem echten Vermögen des Unternehmens.

KBV = Aktienkurs / Buchwert je Aktie

KBV unter 1: Die Aktie kostet weniger als das Unternehmen tatsächlich wert ist — theoretisch günstig. Aber meistens gibt es einen Grund dafür.

KBV über 3: Du zahlst das Dreifache des echten Vermögens — nur gerechtfertigt wenn das Unternehmen sehr profitabel ist.

4. Eigenkapitalrendite

Wie effizient nutzt das Unternehmen sein Eigenkapital um Gewinne zu machen?

Eigenkapitalrendite = Jahresgewinn / Eigenkapital × 100

Über 15% ist gut. Über 20% ist sehr gut. Warren Buffett sucht Unternehmen mit dauerhaft hoher Eigenkapitalrendite.

5. Verschuldungsgrad

Wie viel Schulden hat das Unternehmen im Verhältnis zum Eigenkapital?

Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital

Über 2 wird es kritisch — das Unternehmen ist stark fremdfinanziert. In Krisen können solche Unternehmen schnell in Schwierigkeiten geraten.

Was wirklich zählt

Keine einzelne Kennzahl reicht aus. Ein gutes Unternehmen zeigt:

✓ KGV im vernünftigen Bereich für die Branche
✓ Stabile oder wachsende Dividende
✓ Hohe Eigenkapitalrendite über mehrere Jahre
✓ Niedriger Verschuldungsgrad
✓ Wachsender Gewinn über 5-10 Jahre

Für die meisten Privatanleger gilt aber: Einzelaktien sind aufwendig und riskant. Ein breit gestreuter ETF schlägt auf lange Sicht die meisten aktiven Strategien.

Kennzahlen im Spiel anwenden: finfreiapp.de

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Finanzbildung und Unterhaltung. Er stellt keine Anlage-, Finanz- oder individuelle Empfehlung dar und ist keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten bestimmter Finanzprodukte.

Theorie ist gut. Spielen ist besser.

Zum Finanzspiel wechseln