Ich bin nicht mehr der Jüngste.
Zwei Ausbildungen hinter mir, Familie, seit Jahren selbstständig mit Studio Röhling. Und wenn ich ehrlich bin — ich stecke selbst noch ein Stück weit drin. Ich hab passiven Cashflow aufgebaut, eine Immobilie gekauft, eine App entwickelt. Aber um allein davon zu leben brauche ich noch etwas Zeit.
Der Grund ist einfach: Ich hab zu spät angefangen.
Und das schreibe ich nicht um mich zu beklagen. Ich schreibe es weil es der wichtigste Satz in diesem Artikel ist — und weil er für die meisten Menschen genauso gilt.
Was ich meinem jüngeren Ich sagen würde
Während meiner ersten Ausbildung zum Mechatroniker hab ich zu Hause gewohnt. Kostgeld bezahlt, der Rest war frei verfügbar. Fast 1.000 Euro im Monat — Monat für Monat.
Ich hab fast alles davon für Konsum ausgegeben.
Klamotten, Ausgehen, irgendwelche Dinge die ich heute nicht mehr benennen könnte. Das Geld war weg bevor ich überhaupt drüber nachgedacht habe. Niemand hat mir erklärt was ich damit hätte machen können.
Hätte ich in dieser Zeit sparsam gelebt und den Großteil gespart — ich hätte mit dem nötigen Eigenkapital am Ende der Ausbildung einen Kredit bekommen, der bei den damaligen Preisen trotzdem noch positiven Cashflow gelassen hätte. Wahrscheinlich meine erste Eigentumswohnung mit Anfang 20.
Stattdessen hab ich das Geld ausgegeben das ich nie wieder zurückbekomme. Nicht das Geld selbst — sondern die Zeit. Den Zinseszins. Die Wertsteigerung. Die Jahrzehnte in denen das Geld für mich hätte arbeiten können.
Das ist das Hamsterrad. Nicht dass man zu wenig verdient. Sondern dass man nie gelernt hat was man mit dem Geld macht das man hat.
Was Kiyosaki mit dem Hamsterrad meint
Kiyosaki beschreibt das Hamsterrad als den Kreislauf aus dem die meisten Menschen nie ausbrechen: Arbeiten um Geld zu verdienen, Geld ausgeben um sich etwas zu gönnen, mehr arbeiten weil mehr Geld gebraucht wird.
Das Gehalt steigt — die Ausgaben steigen mit. Lifestyle-Inflation nennt man das. Du verdienst mehr aber sparst trotzdem nichts weil deine Ansprüche mitwachsen.
Das Hamsterrad dreht sich schneller — aber du kommst nicht vorwärts.
In Deutschland sieht das konkret so aus:
Durchschnittsgehalt netto: ca. 2.200 €
Miete + Nebenkosten: -900 €
Lebensmittel: -350 €
Auto: -300 €
Versicherungen: -150 €
Abos, Ausgehen, Konsum: -300 €
= freier Cashflow: 200 €
200 Euro im Monat. Wenn überhaupt. Für viele ist es weniger — oder nichts.
Mit 200 Euro im Monat baust du kein Vermögen auf das dich jemals frei macht.
Der einzige Weg raus
Kiyosaki hat recht: Der einzige Weg aus dem Hamsterrad ist passives Einkommen. Geld das reinkommt ohne dass du dafür aktiv Zeit tauschst.
In der Praxis bedeutet das: Eine vermietete Wohnung die monatlich 150 Euro Cashflow bringt nach allen Kosten. Ein ETF-Sparplan der nach 15 Jahren Dividenden ausschüttet. Eine stille Beteiligung an einem Betrieb aus deinem Netzwerk. Ein digitales Produkt das sich selbst verkauft.
Jede dieser Quellen ist klein am Anfang. Zusammen werden sie größer als deine Fixkosten — und dann bist du frei.
Wie lange dauert es realistisch?
Ich werde dir keine Zahl nennen die dich motivieren soll aber nicht stimmt.
Es hängt davon ab wann du anfängst, wie viel du investieren kannst und welche Strategie du verfolgst. Was ich weiß: Jedes Jahr das du wartest kostet dich mehr als das Jahr davor. Nicht linear — exponentiell. Der Zinseszins arbeitet für dich oder gegen dich. Du entscheidest wann er anfängt.
Der erste Schritt — heute
Nicht irgendwann. Heute.
Nicht weil es dringend ist im stressigen Sinne. Sondern weil jeder Monat zählt. Fang klein an. ETF-Sparplan mit 50 Euro im Monat. Erste Garage recherchieren. Irgendwas. Aber heute.
Das Hamsterrad im Spiel erleben
In Finanziell Frei startest du im Hamsterrad. Gehalt rein, Fixkosten raus, wenig übrig. Genauso wie im echten Leben.
Du spielst diese Phase wieder und wieder bis du die Muster siehst. Wann lohnt sich welcher Deal. Wie viel Cashflow du brauchst um aufzusteigen. Welche Entscheidungen dich zurückwerfen und welche dich voranbringen.
Das ist der Punkt. Nicht Theorie lesen. Deals sehen lernen. Bis es sitzt.
Ich wünschte ich hätte das mit 18 gehabt.
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